- A -
Ad-Hoc-Studien
Studien, die auf ein ganz konkretes Problem oder Thema hin angelegt und nur einmal "zu diesem Zweck" durchgeführt werden. Ad-Hoc Studien werden dann durchgeführt, wenn bereits existierende Forschungsergebnisse nicht zur Beantwortung aller Fragen ausreichen.
Aggregatdaten, -analyse
Aggregatdaten sind Daten, die durch Zusammenfassung - eben Aggregierung - von Individualdaten entstehen, z.B. durch Summierung, Bildung von Durchschnitts- oder Anteilswerten. Sie beziehen sich also auf ein (wie auch immer definiertes) Kollektiv.
Artefakt
Unter Artefakt versteht man ein fehlerhaftes Forschungsergebnis, das durch verzerrte Stichproben, durch Interviewer-, Instrument- oder Situationseffekte oder auch durch inadäquate Analysemethoden entstehen kann.
Anzeigentests
Verfahren, um vorher oder nachträglich (Pre- bzw. Posttest) die “Wirkung“ von Anzeigen zu analysieren. Die Aussagekraft solcher Anzeigentests ist sehr stark abhängig von der jeweils angewandten Methode und der Definition dessen, was man als “Wirkung“ versteht (Impact-Test, Foldertest, Copy-Test, Recall, Recognition).
Arithmetisches Mittel
Lagemaß zur Kennzeichnung von metrischen (also mindestens intervallskalierten) Daten. Oft auch einfach als "Mittelwert" bezeichnet, was streng genommen wegen der Existenz anderer Mittelwerte (etwa geometrisches oder harmonisches Mittel) nicht korrekt ist, aber sicher dann zulässig, wenn aus dem Kontext klar ist, was gemeint ist. Es wird berechnet als Summe der Einzelwerte des Datenbündels / Zahl der Elemente.
Ausfallquote
Anteil der Personen einer Bruttostichprobe, die nicht befragt werden konnten. Gründe für Ausfälle sind: Zielperson ist verzogen oder verstorben, verreist oder aus sonstigen Gründen nicht erreichbar, Zielperson verweigert die Teilnahme an der Befragung. Dieser letzte Ausfallgrund ist mit Abstand der häufigste.
Auswahlverfahren, bewusste
Auswahlverfahren, bei denen subjektive Kalküle die Auswahl der Zielpersonen steuern. Generalisierungen auf der Basis mathematisch-statistischer Modelle sind bei bewussten Auswahlen nicht möglich, weil kein entsprechend fundiertes Auswahlmodell existiert.
Auswertung
Die Auswertung einer Untersuchung hängt direkt mit der Studienplanung- und dem Studiendesign zusammen. Sie soll die der Studie zugrunde gelegten Hypothesen verifizieren oder falsifizieren sowie die gestellten Fragen eindeutig beantworten. Im Rahmen der Auswertung unterscheidet man die Auswertungsmethoden (mathematische und statistische Verfahren, evtl. Gewichtungen bzw. Bewertungen) und die zur Auswertung gehörenden Darstellungen.
- B -
B2B-Befragung
Business-to-Business-Befragung: Befragung von Firmenkunden, Zulieferern eines Unternehmens oder anderen Firmen.
B2C-Befragung
Business-to-Customer-Befragung: Befragung der Privatkunden eines Unternehmens.
Befragung
Befragungen zählen zu den wichtigsten sozialwissenschaftlichen Methoden der Datenerhebung. Sie können (fern-)mündlich, d.h. im direkten Kontakt zwischen ForscherIn bzw. InterviewerIn und befragter Person, oder schriftlich durchgeführt werden.
Bruttostichprobe
Ausgangsstichprobe einer Untersuchung. Die Bruttostichprobe umfasst alle ausgewählten Personen, auch die, die nicht befragt werden können.
- C -
CAPI
Steht für computergestützte, persönliche Interviews ("computer-aided personal interviews"). Die Antworten bei einem persönlichen Interview werden direkt verschlüsselt in den Computer eingegeben, und die Durchführung des Interviews wird von einem speziellen Programm verwaltet.
CATI
Steht für computergestützte Telefon-Interviews ("computer-aided telephone interviews"). Die Antworten bei einem telefonischen Interview werden direkt verschlüsselt in den Computer eingegeben, und die Durchführung des Interviews wird von einem speziellen Programm verwaltet.
CAWI
Steht für: computergestütze Web-Interviews ("computer-aided web interviews"). Die Antworten werden direkt verschlüsselt online eingegeben, und die Durchführung des Interviews wird von einem speziellen Programm verwaltet. Dabei kann prizipiell zwischen "unlimited surveys" und "limited surveys" unterschieden werden.
Clusteranalyse
Gehört zu den multivariaten Analyseverfahren. Fasst Testpersonen zu Gruppen zusammen. Personen innerhalb einer Gruppe sind sich möglichst ähnlich, die Unterschiede zwischen den Gruppen aber möglichst groß. Die Gruppierung erfolgt aufgrund einer Vielzahl von Variablen, z.B auch demographische Merkmale, Wertvorstellungen. Die Clusteranalyse ermöglicht die Entwicklung von Typologien und Segmentierungen und somit die Definition von Zielgruppen und deren gezieltes Ansprechen.
Conjointanalyse
Bezeichnet eine multivariate Technik, die benutzt wird, um den Wert zu quantifizieren, den Probanden mit verschiedenen Produkt- / Serviceeigenschaften, basierend auf der Grenznutzentheorie und Verbrauchervernunft, verbinden. Die Probanden bewerten Produkteigenschaften gegeneinander, um Produkt- bzw. Markenpräferenzen bzw. die relative Wichtigkeit der Eigenschaften zu bilden.
- D -
Datenschutz
Die kobra Projektsteuerungs-GmbH arbeitet nach den Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und allen anderen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. So werden z.B. die Ergebnisse von Befragungen ausschließlich in anonymisierter Form dargestellt: Niemand kann aus den Ergebnissen erkennen, von welcher (juristischen oder natürlichen) Person die Angaben gemacht worden sind. Dies gilt auch für Wiederholungs- und Folgebefragungen.
Demographie
In der Marktforschung wird der Begriff Demographie als Zusammenfassung für die Bevölkerungsmerkmale gebraucht, nach denen die Mitglieder einer Stichprobe oder einer Zielgruppe beschrieben werden. Demographische Merkmale sind: Alter, Geschlecht, Familienstand, Einkommen, Familiengröße, Beruf.
Demoskopie
(Umfrageforschung, Meinungsforschung, Survey-Research).
Die Untersuchung sozialer Sachverhalte mit Hilfe von Befragungen.
Desk-Research
Ist die systematische Suche nach sowie Analyse und Aufbereitung von allen vorhandenen sekundären Daten im Zusammenhang mit einem speziellen Marktforschungsproblem.
- E -
Einfache Zufallsauswahl
Eines der wichtigsten Auswahlverfahren. Bei einfachen Zufallsauswahlen gilt, dass jedes Element der Grundgesamtheit die gleiche Auswahlchance hat, in die Stichprobe zu gelangen.
Einleitungsfrage
Dient der Eröffnung einer Befragung und sollte deshalb das Interesse an der Befragung wecken, keine sensitiven oder intimen Themen ansprechen und von jedem Befragten beantwortbar sein.
Evaluation
Evaluation bezeichnet die systematische, datenbasierte Beschreibung und Bewertung von Programmen (z. B. Hilfe- oder Beratungskonzeptionen), zeitlich beschränkten Projekten (z. B. Modellvorhaben) oder Institutionen (z. B. Zulassung von Trägern) in Bildung, sozialer Arbeit, Gesundheitswesen u. a.
Events und Promotionaktionen
Verkaufsfördernde Maßnahmen im Auftrag von Firmen oder Einkaufscentern mit dem Ziel, durch direkte Kundenaktionen vor Ort den Bekanntheitsgrad von Waren und Dienstleistungen zu erhöhen. Im Rahmen der Aktionen werden von Events werden oft standardisierte Befragungen, Zählungen und Beobachtungen, die Erfolg oder Mißerfolg von Events wie Stadtfesten, Messen oder PR-Veranstaltungen messen, durchgeführt.
- F -
Face-to-face-Befragung
Bei der persönlichen Befragung (auch: ,,face-to-face-Interview") werden diese ,,gezielten Fragen" von einem Interviewer an den Befragten gerichtet, insofern handelt es sich also um ein mündliches Interview. Die Antworten der Versuchsperson werden vom Interviewer entweder direkt auf einem Fragebogen kodiert (bei einem standardisierten Messinstrument) oder auf eine andere Art und Weise festgehalten (oft ist dies der Fall bei qualitativen Methoden: meistens wird das Interview dann auf einem Tonträger aufgezeichnet). Vorteil: Es können komplexe Fragestellungen untersucht werden, da den Befragten z.B. Skalen gezeigt oder Bildvorlagen vorgelegt werden können. Nachteil: Intervieweffekte können zu Verzerrungen führen.
Faktfrage
Frage, die objektive (also jedenfalls im Prinzip von Bewertungen oder Wahrnehmungen unabhängige) Information über Befragte erhebt. Zu Faktfragen zählen insbesondere soziodemographische Fragen, Verhaltensfragen und Fragen zur Ausstattung mit bestimmten Ressourcen und Gütern.
Faktorenanalyse
Gehört zu den multivariaten Analyseverfahren. Bündelt Variablen, die von den Testpersonen ähnlich oder gleich bewertet werden, zu mehreren Komponenten (Faktoren), die voneinander größtenteils unabhängig sind, damit die Informationsmenge übersichtlicher und klarer wird.
Feldarbeit
Ist ein allgemeiner Begriff, der sich auf den Prozess der Datenerhebung bezieht. Methodisch kann man dabei z.B. die telefonische, persönliche (face-to-face), online (via Internet / Intranet / Extranet) Datenerhebung oder sogenannte "Selbstausfüller" unterscheiden.
Feldphase
Zeitraum in einem Umfrageforschungsprojekt, in dem die Befragung durchgeführt wird.
Filterfrage
Gehört zu den Funktionsfragen. Dient dazu, Zielpersonen, für die bestimmte Fragen irrelevant sind, zu identifizieren und von diesen Fragen auszuschließen.
Focus-Gruppe, Gruppendiskussion
Form der qualitativen Befragung: Eine zwanglose Diskussion mit einer kleinen Anzahl ausgewählter Teilnehmer der interessierenden Zielgruppe (normalerweise 8-12), mit einem qualifizierten Moderator, der die Diskussion leitet, ohne die Ergebnisse zu beeinflussen.
Fokussiertes Interview
Von Merton und Kendall entwickelte Form des Interviews: Die befragte Person wird mit einem bestimmten Thema oder Gegenstand konfrontiert - z. B. einem Film, einem Zeitungsartikel -, und es wird wird versucht, durch offenes, aufmerksames Fragen und Nachfragen die Wahrnehmung und Interpretation dieses "Reizes" durch die Untersuchungsperson möglichst tief und umfassend zu erheben.
Fragebogen
Das "A und O" einer Studie. Der Fragebogen hat die Aufgabe, die für die Problemstellung und Zielsetzung einer Untersuchung relevanten Informationen von den Befragten in einer - überdurchschnittlich messbaren Form (skaliert) - zu erhalten. Die Gestaltung des Fragebogens setzt eine Reihe von Prinzipien voraus, die erfüllt sein müssen, um systematische Fehler zu vermeiden, z.B. die logische Themenabfolge, die Aufeinanderfolge einzelner Fragen (Filterführung), exakte Intervieweranweisungen bei den einzelnen Fragen, bei längeren Item-Batterien Einbau von Rotationen etc.
- G -
Geschichtete Auswahl (Stichprobe)
Bei geschichteten Auswahlen wird die Grundgesamtheit in verschiedene Gruppen oder Schichten unterteilt, die hinsichtlich eines Merkmals homogen sind. Dabei ist darauf zu achten, dass jedes Element der Grundgesamtheit zu genau einer Schicht gehört. Danach werden per einfacher Zufallsauswahl Elemente aus jeder Schicht gezogen.
Gewichtung
Den Antworten von einigen (oder allen) Untergruppen wird ein statistischer Wert zugeordnet, um die Wichtigkeit dieser Untergruppe innerhalb der interessierenden Grundgesamtheit zu reflektieren.
Grundgesamtheit
Bezeichnet diejenige Gesamtheit, aus der eine Stichprobe zur Untersuchung/Befragung - möglichst nach dem Zufallsprinzip - entnommen wird.
Gütekriterien
Kriterien, anhand derer die Qualität sozialwissenschaftlicher (wie sonstiger) Forschung beurteilt werden können soll.
- H -
Hochrechnung
Ist der statistische Rückschluss von Stichprobenergebnissen auf die absolute Größe in der Grundgesamtheit. Von der "kleinen" Stichprobe wird auf die Grundgesamtheit und den tatsächlichen Wert "hochgerechnet".
Hotelchecks
Mystery shopping, in dem die Testpersonen als Kuden verdeckt die Servicequalität von Hotels testet.
- I -
Imageanalyse
Istandsaufnahme des derzeitigen Images einer Organisation - Stadt, Firma, Branche. Anhand dieser Ist- Aufnahme wird eine Stärken-Schwächen-Analyse vorgenommen, um den aktuellen Wert des festgestellten Images beurteilen zu können. Dies Analsyse ist dan Ausgangspunkt für mögliche Kommunikationsstrategien zur positiven Beeinflussung des Images in die gewünschte Richtung. Eine Grundlage für die Feststellung der eigenen Stärken und Schwächen kann hier ein Vergleich mit Mitbewerbern bieten.
Individualdaten
Daten, die für einzelne Untersuchungseinheiten oder Merkmalsträger erhoben worden sind, z. B. durch eine Umfrage.
Intervieweffekte
In mündlichen Befragungen: Einflüsse äußerer Merkmale der Interviewer auf das Antwortverhalten.
Inzidenz, Penetration
Bezeichnet den Anteil der Befragten in der Grundgesamtheit, die zur Zielgruppe gehören und sich für die Studie qualifizieren.
Item
Allgemeine Bezeichnung für Fragen; wird insbesondere für Aussagen bei Skalen verwendet.
- K -
Kommunikative Validierung (member check)
Gütekriterium der Qualitativen Sozialforschung. Forschungsergebnisse, Schlussfolgerungen aus diesen oder auch einzelne Thesen bzw. Daten werden den Untersuchungspersonen selbst zur Prüfung vorgelegt bzw. mit ihnen diskutiert.
Konfidenzintervall
Im Falle einer Zufallsstichprobe kann man einen Stichprobenfehler dadurch messen, dass man Konfidenzintervalle berechnet. Man konstruiert ein Konfidenzintervall gewöhnlich um den aus einer Stichprobe ermittelten Mittelwert oder Anteilswert.
Kontrollfrage
Gehört zu den Funktionsfragen. Dient dazu, mögliche inhaltsunabhängige Antwortstrategien wie Akquieszenz oder sozial wünschenswertes Antwortverhalten aufzudecken.
Kundenzufriedenheitsbefragung
Widmet sich der Frage, ob die Kunden eines Unternehmens bzw. einer Organisation zufrieden mit den Dienstleistungen, die ihnen geboten werden, sind, und ob die Kunden alle Leistungen kennen. Zum Einsatz kann die gesamte Methodenpalette kommen, von der Online- über die Telefon-, der schriftlichen oder der face-to-face-Befragung.
- L -
Leitfaden
Ein Themenkatalog für Explorationen und qualitative Interviews, um die für die Problemstellung und Zielsetzung einer Untersuchung relevanten Informationen von den Befragten zu erhalten. Der Leitfaden ist ein semi-strukturierter Fragebogen, der die Themen und Bereiche festlegt, die bei qualitativen Interviews unbedingt berührt werden müssen.
Leitfadeninterview
Ein Interview, das das zu erhebende Thema zwar in Form eines Leitfadens vorstrukturiert (der je nach Forschungszweck sehr grob bis feinmaschig, sehr allgemein bis sehr konkret sein kann), im Allgemeinen aber auf standardisierte Fragen und vor allem auf standardisierte Antwortvorgaben verzichtet.
Längsschnittuntersuchungen
Untersuchungsarten (Forschungsdesigns), bei denen in der gleichen Grundgesamtheit zu mindestens zwei Zeitpunkten Daten erhoben werden. Längsschnittuntersuchungen werden vor allem eingesetzt, um Veränderungen (oder die Konstanz) von Merkmalen zu untersuchen.
- M -
Mailingaktion Direkt-Werbesendungen, die der Empfänger direkt mit der Post bekommt. Die genaue Zielgruppenbestimmung ist ein wichtiges Kriterium für den Response einer Aktion.
Mail Survey Eine Befragungsmethode, bei der der Teilnehmer einen Fragebogen selbst ausfüllt und ihn per Post oder E-Mail zurücksendet.
Mapping
Eine Analysentechnik, die kreiert wurde um zu zeigen, wie Konsumeten ein Konzept oder eine Marke im Vergleich zu Alternativen bewerten. Wahrnehmungsbilder (-einordnungen) können ausgehend von verschiedenen Analysemethoden aufgestellt werden, z.B. Faktoranalysen, Korrespondenzanalysen und multidimensionale Analysen.
Marketingforschung, Marktforschung
Die systematische und objektive Identifikation, Sammlung und Analyse von Informationen zum Zweck der Verbesserung der Entscheidungsfindung in Bezug auf das Feststellen und die Lösung von Problemen und Möglichkeiten im Marketing.
Mehrstufige Auswahl (Stichprobe)
Mehrstufige Auswahlverfahren schalten mehrere Zufallsauswahlen hintereinander - z.B. eine Klumpenauswahl und eine einfache Zufallsauswahl aus den Elementen der Klumpen -, um so die Zielpersonen auf der letzten Stufe zu ermitteln. Dabei ist die jeweils entstehende Zufallsstichprobe Auswahlgrundlage für die nächste Auswahlstufe.
Mitarbeiterbefragung
Eine Erhebungsmethode zum Messen der aktuellen Zufriedenheit der Mitarbeiter einer Unternehmung oder Organisation, die durch die Unternehmensführung und den Betriebsrat mit auf den Weg gebracht wird. Ziele der MAB sind das Erkennen von objektiven und subjektiven Hemmnissen, die die Effezienz des Arbeitsprozesses stören, so dass ganz konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz und Firmenathmospähre getroffen werden können.
Mystery Shopping (auch Testkäufe)
Eine Erhebung, bei der professionelle Kräfte verdeckt die Produkte oder Dienstleistungen eines Geschäfts oder einer Organisation testen und beurteilen. Ziel ist das Aufdecken von Mängel, die durch eine gezielte Einzelschulung oder ein Teamtraining benannt und in Zukunft vermieden werden können.
- O -
Omnibus-Studie Von Marktforschungsinstituten unternehmerisch veranstaltete "Sammelumfragen", die mehreren verschiedenen Auftraggebern die Möglichkeit bieten, sich mit einigen speziellen Fragen zu beteiligen und somit die Kosten gegenüber einer exklusiven Ad-Hoc-Studie zu reduzieren. Onlinebefragungen
Online-Befragungen
Im Internet und Intranet stellen eine attraktive Alternative zu konventionellen Befragungsmethoden dar. Im Aufwand geringer und in der Wirkung effektiver als schriftliche Befragungen, gewinnen sie immer mehr an Bedeutung. Zumeist höhere Rücklaufquoten sprechen für die zunehmende Akzeptanz. Der aufwändige Versand der Fragebögen entfällt, Teilnehmer werden per Email, Website oder schriftlich "eingeladen", um den Fragebogen direkt online auszufüllen. Daten müssen nicht mehr manuell erfasst werden, so entfallen mögliche Fehlerquellen und redundante Arbeiten. Ergebnisse liegen sofort elektronisch für die weitere Verarbeitung vor. Zu beachten ist jedoch, dass Onlinebefragungen noch keinen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerungn erreichen können.
- P -
PAPI
Steht für "Paper and Pencil Interviews". Eine Studie, bei der der Teilnehmer einen Papierfragebogen ausfüllt, üblicherweise unter Aufsicht eines Interviewers.
Panelbefragung
Eine Untersuchung, bei der die gleichen Personen in regelmäßigen Intervallen über einen längeren Zeitraum zum selben Thema befragt werden.
Penetration Pricing
Wahl eines niedrigen Einführungspreises, u.U. deutlich unter den Konkurrenzpreisen, um möglichst schnell Marktanteile zu gewinnen.
Preisbestimmungstests Für die Preisfindung wurden eine Reihe von Verfahren entwickelt, z.B. die Erhebung der Kaufbereitschaft für ein Produkt oder eine Dienstleistung bei verschiedenen in Aussicht genommenen und abgestuften Preisen, oder: die Ermittlung von unteren und oberen Preisschwellen. Die unter Preisschwelle ist dejenige Wert,, unerhalb dessen man an der Qualität des angebotenen Produktes bzw. der Dienstleistung zweifeln würde, die obere Schwelle ist der Wert, den man nicht überschreiten möchte.
Pretest
Der eigentlichen Befragung (dem "Hauptfeld") vorgeschaltete Befragung mit deutlich kleinerer Stichprobe, bei der die Fragen und das Feldmaterial auf Verständlichkeit und Handhabbarkeit überprüft werden.
Primacy-Effekt Tendenz von Befragten, bei Fragen mit mehreren Antwortkategorien unabhängig vom Inhalt der Kategorien stets die erste Kategorie zu wählen.
Projektive Techniken
Sind eine Form der "verdeckten" Befragung, die die Teilnehmer dazu ermuntern sollen, ihre Gefühle, Vorstellungen oder Motivationen auf eine andere Person, ein anderes Objekt oder eine Situation zurückzuführen. Beispiele für projektive Techniken sind Wortassoziationen, Vervollständigung von Sätzen und thematische "apperception tests".
Proxy-Interview Interview, bei dem Dritte über die eigentlichen Zielpersonen befragt werden. Proxy-Interviews werden insbesondere dann eingesetzt, wenn Zielpersonen nicht angetroffen werden oder das Interview verweigern, um so Informationen für eine Non-response-Statistik zu bekommen.
Pufferfrage (Überleitungsfrage)
Gehört zu den Funktionsfragen. Wird verwendet, wenn man Kontexteffekte vermeiden will. Sie soll die Aufmerksamkeit der Befragten von dem zuvor behandelten Thema ablenken.
- Q -
Qualitative Marktforschung
Beinhaltet die Nutzung von semi-strukturierten, nicht standardisierten explorativen Techniken (wie z.B. Fokus-Gruppen/Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews), die auf statistisch kleinen Stichproben basieren.
Quantitative Marktforschung
Beinhaltet das Sammeln von Daten aus (statistisch) großen Stichproben und nomalerweise eine statistische Analyse. Wird oft benutzt, um die Ergebnisse der qualitativen Marktforschung zu ergänzen/unterstützen.
Querschnitt, Querschnittsuntersuchung (cross section study)
Untersuchung einer bestimmten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. in einem begrenzten Zeitraum.
Quota-Verfahren
Methode der Stichprobenerhebung. Um die zu untersuchenden Mitglieder der Grundgesamtheit festzulegen, werden den Interviewern Kriterien für die Auswahl der zu befragenden Personen vorgegeben. Beispiel: Von 1000 befragten Unternehmen sollen je 50% mittlere bzw. große Betriebe sein, 80% in den alten, 20% in den neuen Bundesländern ihren Sitz haben und sich gleichmäßig auf 10 verschiedene Branchen aufteilen. Diese vorgeschriebenen Anteile nennt man Quoten.
- R -
Random-Verfahren
Methode der Stichprobenerhebung, bei der jeder Proband nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wird und jeder aus der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in die Stichprobe zu gelangen.
Rating-Verfahren
Unter Rating-Verfahren versteht man die Beurteilung (engl.: Rating) von Merkmalen auf einer Skala, mit der die Intensität (und nicht nur das Vorhandensein oder Fehlen) der Ausprägung dieser Merkmale erfasst werden soll. Ein typisches Einsatzgebiet sind standardisierte Befragungen (Surveys), bei denen die Untersuchungspersonen etwa angeben sollen, wie sehr sie einer bestimmten Meinung zustimmen bzw. diese ablehnen, oder wie wichtig bzw. unwichtig etwas für sie ist.
Reaktivität
Darunter versteht man den Sachverhalt, dass die Untersuchungspersonen, wissend, dass sie "erforscht" werden, also Gegenstand von Befragungen oder Beobachtungen sind, sich möglicherweise anders verhalten als ohne dieses Wissen.
Recency-Effekt
Tendenz von Befragten, bei Fragen mit mehreren Antwortvorgaben unabhängig vom Inhalt der Vorgaben stets die letzte oder eine der letzten Kategorien zu wählen. Ein Recency-Effekt ist insbesondere bei Fragen mit vielen Antwortvorgaben ohne Listenunterstützung zu erwarten, weil die zuletzt vorgelesenen Kategorien noch im Gedächtnis präsent sind.
Replikative Surveys (Wiederholungsbefragungen)
Anders als bei einem Panel werden bei replikativen Surveys nicht immer gleiche Personengruppen befragt, sondern nur wiederholt Stichproben aus der gleichen Grundgesamtheit gezogen.
Repräsentative Stichprobe
Eine Stichprobe, die ein repräsentatives Abbild der definierten Grundgesamtheit im kleinen Maßstab darstellt. Repräsentativität Eigenschaft einer Zufallsstichprobe. Innerhalb ngebbarer Fehlergrenzen ist es dabei möglich, von der Verteilung bestimmter Merkmale und Zusammenhänge in der Stichprobe auf die Verteilung dieser Merkmale und Zusammenhänge in der eigentlich interessierenden Grundgesamtheit zu schließen.
- S -
Schlussfrage
Gehört zu den Funktionsfragen. Beendet den inhaltlichen Teil der Befragung und leitet zu den soziodemographischen Fragen über.
Segmentierung
Ist der Prozess der Einteilung von Märkten in Gruppen von Konsumenten, die untereinander Ähnlichkeiten besitzen, die sich aber von Konsumenten in anderen Gruppen unterscheiden.
Selbstausfüller
Fragebogen, der während eines mündlichen Interviews von den Befragten selbst ausgefüllt wird, ohne dass Interviewer sehen, wie die Befragten antworten. Gut geeignet zur Erhebung sensitiver oder heikler Fragen.
Semantisches Differential
Der Befragte hat für eine Serie von Gegensatzpaaren (Polaritäten) für jedes einzelne auf einer zumeist 7-stufigen Skala anzugeben, wie er einen Meinungsgegenstand (etwa ein Produkt) einordnet. Die anschließende Auswertung kann rein grafisch oder auch - in vielfältiger Weise - numerisch erfolgen.
Sensitive Fragen
Fragen, die Themen ansprechen, über die die Befragten nur ungern sprechen, weil diese als sozial nicht wünschenswert gelten, strafbare Verhaltensweisen thematisieren oder in sonstiger Weise tabuisiert sind.
Signifikanzniveau
Ist der überwiegend in der Marktforschung benutzte Sicherheitsgrad. Ein Signifikanzniveau von 99% bedeutet z.B., dass man bei Untersuchungsergebnissen mit 99%iger Wahrscheinlichkeit darauf vertrauen kann, dass der wahre Wert innerhalb eines bestimmten Bereiches, dem Vertrauensbereich (Konfidenzintervall) zu finden ist. Beträgt z.B. die Schwankungsbreite +/- 5% um ein Stichprobenergebnis von 30%, so liegt der Vertrauensbereich zwischen 25% und 35%.
Situationseffekte
Einflüsse der Situation, in der die Befragung stattfindet, auf das Antwortverhalten.
Skala
Eine Skala ist ein Messinstrument, mit dessen Hilfe Objekten (oder Items) numerische Werte zugeordnet werden und damit die Eigenschaftsdimension eines Sachverhaltes auf ein qualitatives oder quantitatives Bezugssystem abgebildet werden kann. Bei standardisierten Interviews sind Ratingskalen beinahe unverzichtbar. Mit ihrer Hilfe versucht man, auf Fragen Antworten zu erhalten, die über ein einfaches Ja oder Nein bzw. die Angabe von Zahlen hinausgehen und die das "wahre" Empfinden" des Antwortenden wiedergeben. Skalen lassen sich in folgende Hauptkategorien einteilen: Nominalskalen, Ordinalskalen, Intervallskalen und Verhältnisskalen.
Skimming Pricing
Wahl eines hohen Einführungspreises, u.U. deutlich über den Konkurrenzpreisen, um hohe Gewinne abzuschöpfen
Sponsorship-Bias
Beeinflussung des Antwortverhaltens durch Kenntnis des Auftraggebers einer Untersuchung.
Statement (Behauptungssatz)
Indikator für eine bestimmte Einstellung in einer Skala. Eine Statementbatterie ist die Auflistung mehrerer Behauptungssätze, die von den Befragten beurteilt werden sollen. In der Regel fragt man dabei nach dem Grad der Zustimmung.
Stichprobe
Ist eine Untergruppe der gewählten Grundgesamtheit/Zielgruppe, die für eine Studie ausgewählt wurde.
Szenario
Bestimmte Frageform, in der unterschiedliche Meinungen zu einem Sachverhalt in Form einer kürzeren Geschichte oder einer Diskussion zwischen zwei oder mehr Partnern präsentiert werden. /p>
- T -
Transkription
Die Verschriftlichung menschlicher Kommunikation, meist auf der Grundlage von Tonband- oder anderen Aufzeichnungen.
Telefonbefragungen
Telefonbefragungen sind gegenüber face-to-face-Befragungen wesentlich kostengünstiger aber die Wege, die ein Interviewer bei einer persönlichen Befragung zurückzulegen hat, entfallen. Dadurch ist die Telefonbefragung auch schneller durchzuführen.
Hinzu kommt, dass die Stichprobenziehung für Telefoninterviews in den letzten Jahren immer einfacher und genauer geworden ist, was sich natürlich positiv zugunsten des Preises und Aufwands niederschlägt.
Die Schulung der Interviewer wird die Inflation von Telefonbefragungen auch zweifelhaftes Inhaltes und Qualität immer wichtiger, um den höheren Response gegenüber der schriftlichen Befragung zu bewahren.
- V -
Validität
Bezeichnet den Grad, bis zu dem zwei verschiedene Messsysteme korrelierende Ergebnisse (interne Validität) hervorbringen oder die gleiche Messtechnik produziert bei Wiederholung korrelierende Ergebnisse (externe Validität).
Verkehrserhebungen oder -zählungen
quantitative Ermittlung der Fahrtenströme im Individual- (PKW, Fahrräder, ussgänger) oder Öffentlichen Personenverkehr. Verbunden mit Quelle-Ziel-Befragungen und Erhebung des Fahrtzwecks bilden Verkehrserhebungen die Grundlage für eine wirtschaftliche und planvolle Verbesserung von Verkehrsverbindungen.Ist die Gruppe, über die der Marktforscher etwas wissen will und von der die Stichprobe gezogen wird.
- Z -
Zielgruppe
Ist die Gruppe, über die der Marktforscher etwas wissen will und von der die Stichprobe gezogen wird.